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Classic Days Berlin 2026 - Lions Group als Hauptsponsor

Ferrari 812 Competizione, Adenauer Cabriolet, 300 SL Flügeltürer und ein Mercedes-AMG Rennwagen: vier Fahrzeuge und vier Versicherungsfragen am Ku'damm
Ich bin Charlottenburger. Für mich ist der Kurfürstendamm kein Boulevard, sondern die Straße, auf der ich als Kind an Schaufenstern vorbeigelaufen bin und Autos angeschaut habe, die ich damals nicht benennen konnte. Aigner, Ludwig Reiter, die Fassaden dahinter. Genau davor stand am 9. und 10. Mai 2026 unser Stand.
Lions Group war in diesem Jahr Hauptsponsor der Classic Days Berlin, eines der größten innerstädtischen Oldtimer-Events Europas. Am Ende unseres Rückblicks auf 2025 hatte ich geschrieben, wir würden noch nicht verraten, was wir mitbringen. Hier ist die Auflösung.
Vier Fahrzeuge. Und keine zwei davon lassen sich mit derselben Police abbilden.
Falls Sie nur die Substanz wollen und nicht die Geschichte
Die fünf Punkte, über die wir an beiden Tagen am häufigsten gesprochen haben:
Agreed Value: Der vereinbarte Fahrzeugwert wirkt als Taxe nach §76 VVG. Ab 100.000 Euro Marktwert ist ein höchstens zwei Jahre altes Wertgutachten erforderlich, bei Motorrädern ab 20.000 Euro.
Wertvorsorge bis 30 Prozent: Deckt Wertsteigerungen und Neuanschaffungen zwischen zwei Gutachten ab. Sie entfällt, wenn das Gutachten nicht alle zwei Jahre unaufgefordert eingereicht wird.
Wertminderung bis 15 Prozent des versicherten Wertes: Greift auch bei selbst verursachten Schäden, festgestellt durch den beauftragten Sachverständigen.
H-Kennzeichen: Eine Einstufung nach §23 StVZO und nicht dasselbe wie Versicherungsschutz. Entscheidend ist die Verwendungsklausel des Tarifs.
Sammlungsrabatt: Bis zu 50 Prozent gegenüber der Summe aller Einzelpolicen, weil immer nur ein Fahrzeug gleichzeitig bewegt wird.
Zwei Kilometer Kurfürstendamm, 2.000 Fahrzeuge, 800.000 Besucher
Zwischen Olivaer Platz und Joachimsthaler Straße wird der Boulevard für zwei Tage zur Ausstellungsfläche. Über 2.000 historische Fahrzeuge, kostenlos zugänglich, mitten in der City West. An beiden Tagen kamen über 800.000 Besucher.
Entstanden ist die Veranstaltung 2011, als der Ku'damm sein 125-jähriges Jubiläum feierte. Auf der Sponsorenliste stehen Namen wie Porsche Design, Audi, Lexus und TÜV Rheinland. In diesem Jahr standen wir ganz oben.
Was das praktisch bedeutet, habe ich unterschätzt. 2025 entstanden die Gespräche zufällig, weil jemand im Vorbeigehen stehen blieb. 2026 hatten Sammler aus München, Düsseldorf und Wien den Stand auf dem Schirm, bevor sie aus dem Zug stiegen. Einer kam mit einer Police, die er seit vier Jahren nicht angefasst hatte. Sein Fahrzeug war in derselben Zeit um rund ein Drittel gestiegen.
Vier Fahrzeuge, vier völlig verschiedene Versicherungsfragen
Wir hätten vier ähnliche Autos hinstellen können. Bei uns standen ein limitierter V12-Ferrari von heute, ein Repräsentationswagen der jungen Bundesrepublik, ein Nachkriegsklassiker und ein Rennwagen ohne Kennzeichen nebeneinander. Wer mehrere solcher Fahrzeuge hält, fährt am Ende ohnehin besser mit einer Sammelpolice ab zwei Fahrzeugen als mit vier Einzelverträgen.
Fahrzeug | Besonderheit | Versicherungstechnische Kernfrage |
|---|---|---|
Ferrari 812 Competizione | 830 PS, 9.500 U/min, 999 Exemplare | Steigender Marktwert und Carbon-Reparaturkosten |
Mercedes-Benz 300 Adenauer Cabriolet D | 65 gebaute Cabriolets der letzten Serie | Provenienz muss im Wertgutachten stehen |
Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer | W198, rund 1.400 Coupés, über 1,5 Mio. Euro | Wertentwicklung zwischen zwei Gutachten |
Mercedes-AMG von Mücke Motorsport | Rennfahrzeug ohne Straßenzulassung | Fällt aus der Kfz-Versicherung heraus |
Ferrari 812 Competizione: 830 PS, 9.500 Touren und ein Wert, der der Police davonläuft
Der 812 Competizione steht am Ende einer Linie, die über den F12 tdf bis zum 599 GTO zurückreicht. Sein 6,5-Liter-V12 ist ein Saugmotor ohne jede Elektrifizierung und dreht bis 9.500 Umdrehungen. Das ist bis heute die höchste Drehzahl, die Ferrari je einem Verbrennungsmotor erlaubt hat.
830 PS. 692 Newtonmeter. 2,85 Sekunden auf 100, über 340 km/h Spitze. 38 Kilogramm leichter als ein 812 Superfast, dazu eine Allradlenkung und anstelle der Heckscheibe ein Aluminiumblatt mit Luftführungen. Vom Coupé entstanden 999 Exemplare, von der offenen Version Competizione A 599. Der Listenpreis lag bei rund 499.000 Euro. Gehandelt werden die Wagen längst deutlich darüber, ein Competizione A erzielte im Februar 2026 über 2,6 Millionen Dollar.
Genau darin liegt die versicherungstechnische Aufgabe. Ein limitierter V12-Sauger, der als letzter seiner Art gilt, geht preislich nach oben. Wer ihn zum Neupreis versichert hat und seitdem nichts angepasst hat, liegt heute um ein Vielfaches daneben. Eine Jahreskilometerbegrenzung als Hauptparameter geht am Nutzungsprofil ohnehin vorbei: Solche Fahrzeuge werden selten bewegt, aber wenn, dann mit Absicht.
Dazu kommt die Reparaturseite. Carbonteile werden nicht gerichtet, sie werden getauscht, und die Arbeiten dürfen nur zertifizierte Betriebe ausführen. Eine Police mit freier Werkstattwahl ist bei diesem Fahrzeug keine Freiheit. Sie ist eine Voraussetzung. Wie wir Supersportwagen und Hypercars abbilden, hängt genau an diesen beiden Punkten.
Der Wagen an unserem Stand gehört zu einer Sammlung und läuft entsprechend nicht als Einzelvertrag, sondern als Position in einer Sammelpolice.
Prämienbeispiel Ferrari 812 Competizione — Lions Group
Fahrzeug: Ferrari 812 Competizione Coupé
Versicherungswert: Agreed Value nach aktuellem Sachverständigengutachten
Deckung: KH-Haftpflicht + All-Risk Vollkasko, Lions Wording
Vertragsform: Position innerhalb einer bestehenden Sammelpolice
Selbstbeteiligung: 10.000 Euro (ab 1 Mio. Euro Fahrzeugwert)
Nutzung: Sammlerfahrzeug, geringe Laufleistung
Fahrerkreis: Versicherungsnehmer, 25 bis 75 Jahre
Abstellplatz: klimatisierte Einzelgarage, Alarmanlage
Wertvorsorge 30 Prozent, Wertminderungsschutz bis 15 Prozent
Transportdeckung inklusive
Jahresbeitrag Lions Group: ca. 8.900 Euro
Mercedes-Benz 300 „Adenauer“: wenn die Geschichte mehr wert ist als das Blech
Der Typ 300 war 1951 das größte und schnellste deutsche Serienfahrzeug und wurde zum Dienstwagen der jungen Bundesrepublik. Seinen Beinamen verdankt er dem ersten Bundeskanzler, der die Baureihe über seine gesamte Amtszeit fuhr, teils in Sonderausführungen mit Schreibpult, Trennwand und Landaulet-Dach. Auch Theodor Heuss und Ludwig Erhard ließen sich darin fahren.
Bei uns stand das Cabriolet D, die seltenste Variante der Baureihe. Von der letzten Ausbaustufe, dem 300 d, entstanden gerade einmal 65 Cabriolets. Dunkelrot, beiges Verdeck, Weißwandreifen, oben auf dem Dach unseres Standes, zwei Etagen über dem Gehweg. Er war das meistfotografierte Auto des Wochenendes, und das bei 2.000 Konkurrenten.
Der Adenauer zeigt gut, dass der Versicherungswert eines Sammlerfahrzeugs nicht am Modellnamen hängt, sondern an Ausführung, Zustand und Herkunft. Die Spannbreite innerhalb derselben Baureihe ist enorm. Für eine gewöhnliche Limousine ruft der Markt einen mittleren fünfstelligen Betrag auf, ein Cabriolet mit dokumentierter Historie liegt um ein Vielfaches darüber.
Für die Police heißt das, dass die Historie im Wertgutachten stehen muss. Fehlt sie dort, bewertet der Sachverständige im Schadenfall ein Auto und nicht seine Geschichte. Bei Fahrzeugen mit Provenienz ist die Lücke zwischen beiden Bewertungen häufig größer als der reine Fahrzeugwert.
Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer: der Klassiker, der schneller steigt als der Vertrag
Wie schon 2025 stand auch in diesem Jahr ein Flügeltürer bei uns. Die Türen öffnen nach oben, weil der Gitterrohrrahmen keine andere Lösung zuließ. Aus einer technischen Notwendigkeit wurde das bekannteste Erkennungsmerkmal der deutschen Automobilgeschichte. Der 300 SL (W198, 1954 bis 1957) war zudem das erste Serienfahrzeug mit Benzindirekteinspritzung.
Rund 1.400 Coupés entstanden insgesamt. Unser Ausstellungsfahrzeug liegt über 1,5 Millionen Euro.
Damit steht es für das häufigste Problem in unserer Praxis. Ein Klassiker dieser Klasse steigt seit Jahrzehnten im Wert, die Police tut das nicht automatisch mit. Wer ihn vor vier Jahren mit einem Gutachten versichert und seitdem nichts angepasst hat, trägt die Differenz selbst. Bei einem Fahrzeug jenseits von anderthalb Millionen reden wir schnell über sechsstellige Lücken, und zwar bei bestehender Vollkaskoversicherung.
Wie teuer eine nicht aktualisierte Bewertung wirklich wird, haben wir am Beispiel eines Ferrari F40 beschrieben, bei dem die rechtzeitige Anpassung des Agreed Value 700.000 Euro ausgemacht hat: Ferrari versichern, alle Modelle.
Mercedes-AMG von Mücke Motorsport: ein Rennwagen ist kein Auto
Das vierte Fahrzeug hatte kein Kennzeichen, und gerade deshalb war es das interessanteste.
Mücke Motorsport ist ein Berliner Rennstall, 1998 von Peter Mücke gegründet und von 2005 bis 2016 Werksteam von Mercedes-Benz in der DTM. Bei Mücke haben Sebastian Vettel, Sergio Perez und Pascal Wehrlein ihre ersten Meisterschaften gefahren. Ein Berliner Team auf dem Berliner Ku'damm, das passte gut.
Versicherungstechnisch ist ein solcher Wagen ein völlig anderer Fall als die drei anderen. Ohne Straßenzulassung greift weder eine Kfz-Haftpflicht noch eine gewöhnliche Kaskoversicherung. Ein Rennfahrzeug braucht stattdessen eigene Bausteine:
eine Deckung für den Transport zwischen Werkstatt und Einsatzort
eine Standdeckung für Fahrerlager, Halle und Ausstellungen, wie sie auch bei der Garagen- und Einlagerungsversicherung greift
eine gesonderte Anmeldung für jede Messe und jede Ausstellung, weil solche Aufenthalte nicht automatisch mitlaufen
Was viele Halter übersehen: Ein Rennfahrzeug steht deutlich mehr, als es fährt. Der überwiegende Teil des Risikos liegt im Transporter, in der Halle und auf Veranstaltungen wie dieser.
Die Fragen, die an einem Stand auf dem Ku'damm gestellt werden
An den beiden Tagen haben wir keine Verträge geschrieben, sondern geredet. Manche Gespräche dauerten zehn Minuten, manche eine Stunde. Die Fragen wiederholen sich, Jahr für Jahr, und sie zeigen ziemlich genau, wo die Standardmärkte an ihre Grenze kommen.
Ob der Bugatti auch dann gedeckt ist, wenn er zwei Wochen in Italien steht. Ob ein Fahrzeug, das auf einer Auktion ersteigert wurde, auf dem Rücktransport bereits versichert ist, bevor es überhaupt in der Police steht. Ob ein Wagen, der im Jahr 800 Kilometer läuft, dieselbe Prämienlogik braucht wie ein Alltagsfahrzeug. Ob eine Sammlung, die von zwei auf sieben Fahrzeuge gewachsen ist, noch sinnvoll in sieben Einzelverträgen liegt.
Die häufigste Frage an beiden Tagen war immer dieselbe: Stimmt die Versicherungssumme in meiner Police heute überhaupt noch?
Das ist der eigentliche Grund, warum wir diese Veranstaltung als Sponsor begleiten. Wer am Ku'damm steht, kennt den Unterschied zwischen H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen. Die fachliche Tiefe im Publikum ist höher als in vielen Vertriebsgesprächen, die ich sonst führe.
Die Visitenkarten aus diesen zwei Tagen liegen bei uns in einer Schublade, nicht in einer Datenbank. Die Anrufe kommen erfahrungsgemäß vier bis acht Wochen später, wenn die nächste Verlängerung ansteht.
Vier Fahrzeuge, ein Vertrag: was eine Sammelpolice konkret ändert
Drei der vier Fahrzeuge an unserem Stand gehören zu Sammlungen. Das ist kein Zufall, sondern der Normalfall. Wer ein außergewöhnliches Auto besitzt, besitzt selten nur eines.
Eine Sammelpolice fasst den gesamten Bestand in einem Vertrag zusammen: eine Laufzeit, eine Beitragsrechnung, ein Ansprechpartner. Neue Fahrzeuge kommen per Bestandsnachtrag hinein, verkaufte gehen genauso wieder heraus. Die Wertvorsorge von bis zu 30 Prozent gilt sammlungsweit und nicht je Einzelfahrzeug, was bei wachsenden Beständen den Unterschied macht. Und die Fahrzeuge bewegen sich frei zwischen den vereinbarten Standorten, ohne dass es für jeden Ortswechsel einen Nachtrag braucht.
Warum eine Sammelpolice günstiger ist als mehrere Einzelverträge
Fünf Fahrzeuge bedeuten nicht fünffaches Fahrrisiko. Ein Halter kann an einem Tag nur eines bewegen, im äußersten Fall zwei. Der Rest der Sammlung steht. Genau diese Nutzungswahrscheinlichkeit fließt in unsere Kalkulation ein, und daraus entsteht der Nachlass gegenüber der Summe aller Einzelpolicen, der je nach Bestand bis zu 50 Prozent betragen kann.
Was der Nachlass nicht abbildet, ist das Standrisiko. Ein Feuer in der Sammlergarage, ein Hagelschlag oder ein Einbruch trifft nicht ein Fahrzeug, sondern alle gleichzeitig. Deshalb schauen wir bei einer Sammlung genauer auf den Abstellort und die Sicherungen als auf die Fahrleistung.
Beispielrechnung Sammlung mit acht Fahrzeugen
Bestand: 5 Ferrari Klassiker, 2 luftgekühlte Porsche, 1 Mercedes-Benz 300 SL
Sammlungswert: 8,5 Millionen Euro
Summe der Einzelpolicen: ca. 39.500 Euro pro Jahr
Lions Sammelpolice: 20.800 Euro pro Jahr
Differenz: rund 18.700 Euro pro Jahr
Indikative Werte aus dem Lions Bestand 2024 und 2025, bei Sammlungsinhaber als Hauptfahrer ab 50 Jahren, verschlossenen Sammler-Garagen und bis zu drei Standorten.
Oldtimer und Hypercar versichern — vier Fragen vom Stand, direkt beantwortet
Was bedeutet Agreed Value bei der Oldtimer-Versicherung?
Agreed Value bedeutet, dass Versicherer und Halter den Fahrzeugwert vor Vertragsbeginn festlegen, in der Regel auf Basis eines aktuellen Wertgutachtens eines Sachverständigen. Der vereinbarte Wert wirkt im Schadenfall als Taxe im Sinne von §76 VVG und bildet damit die verbindliche Grundlage der Entschädigung.
Wichtig ist, was daran hängt. In unserer Oldtimer-Versicherung mit Agreed Value ist der Versicherungswert ab einem Marktwert von 100.000 Euro durch ein höchstens zwei Jahre altes Wertgutachten nachzuweisen. Bei Motorrädern liegt die Grenze bei 20.000 Euro. Ein älteres Gutachten trägt im Ernstfall nicht mehr. Daran scheitern Fälle in der Praxis, nicht am Prinzip.
Warum reicht die vereinbarte Versicherungssumme bei steigenden Sammlerwerten oft nicht?
Weil der Markt sich schneller bewegt als der Vertrag. Ein Fahrzeug, das 2023 für 1,2 Millionen Euro versichert wurde und heute 1,5 Millionen wert ist, hat im Totalschadenfall eine Lücke von 300.000 Euro. Das sind 25 Prozent, und daran ändert eine Vollkaskoversicherung nichts.
Eine Wertvorsorge-Klausel dehnt die Versicherungssumme automatisch über den vereinbarten Betrag hinaus aus, in unserem Wording um bis zu 30 Prozent, und deckt damit Wertsteigerungen und Neuanschaffungen ab.
Daran hängt allerdings eine Pflicht, die viele Halter unterschätzen. Das Wertgutachten darf nicht älter als zwei Jahre sein, und es ist unaufgefordert alle zwei Jahre einzureichen. Geschieht das nicht fristgerecht, gilt ausschließlich die im Versicherungsschein vereinbarte Summe, und die Vorsorge entfällt. Für Ausstellungen und Messen gilt sie ohnehin nicht, die sind gesondert anzumelden.
Wir erinnern unsere Mandanten aktiv an diesen Turnus. Das ist keine Formalie, sondern der häufigste Grund für Deckungslücken bei Sammlerfahrzeugen.
Was hat das H-Kennzeichen mit dem Versicherungsschutz zu tun?
Das H-Kennzeichen ist eine zulassungs- und steuerrechtliche Einstufung nach §23 StVZO. Voraussetzung sind mindestens 30 Jahre seit der Erstzulassung, ein weitgehend originaler Zustand und ein entsprechendes Gutachten. Mit dem Versicherungsschutz hat es zunächst wenig zu tun.
Der hängt an einer anderen Stelle, nämlich an der Verwendungsklausel des Oldtimer-Tarifs. Nahezu alle Sammlertarife setzen voraus, dass das Fahrzeug kein Alltagsfahrzeug ist und dass im Haushalt ein weiteres, regulär versichertes Fahrzeug vorhanden ist. Wer diese Klausel verletzt, riskiert eine Leistungskürzung, unabhängig davon, ob das H-Kennzeichen bestehen bleibt.
Beides kann getrennt voneinander kippen. Hier entstehen in der Praxis die meisten Missverständnisse.
Zahlt die Versicherung die Wertminderung nach einer Reparatur?
In der klassischen Kaskoversicherung ist die merkantile Wertminderung nicht mitversichert. Sie entsteht, weil ein Fahrzeug nach einer fachgerechten Reparatur eine Schadenhistorie hat und deshalb am Markt weniger wert ist. Bei Sammler- und Premiumfahrzeugen liegt sie regelmäßig im niedrigen zweistelligen Prozentbereich des Fahrzeugwertes.
In unserem Classic & Prestige Cars-Wording ist sie mitversichert: Verbleibt nach fachgerechter Reparatur eine Wertminderung am Fahrzeug, ist diese bis maximal 15 Prozent des versicherten Wertes gedeckt. Festgestellt wird sie durch den mit der Begutachtung beauftragten Sachverständigen.
Wie sich das in einem echten Fall auswirkt, zeigt ein Schaden aus unserer Praxis: Bei einem Ferrari F8 Tributo, den ein falsch einparkender SUV in einer Berliner Tiefgarage am Heck traf, lag der Reparaturaufwand bei 58.000 Euro und die merkantile Wertminderung bei weiteren 38.000 Euro. Erstattet wurden beide Positionen, insgesamt 96.000 Euro, reguliert in elf Werktagen.
Entscheidend ist die Bezugsgröße. Fünfzehn Prozent des versicherten Wertes sind bei einem siebenstelligen Fahrzeug eine sechsstellige Summe, und die Regelung greift auch dann, wenn der Halter den Schaden selbst verursacht hat. Bei einem unverschuldeten Unfall steht die Wertminderung ohnehin zu, dann zahlt sie der gegnerische Haftpflichtversicherer.
An einer weiteren Stelle geht das Wording über den Markt hinaus. Auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten wir, mit den beiden Ausnahmen Entwendung sowie Alkohol und andere bewusstseinsverändernde Substanzen.
Classic Days Berlin 2027
Zwei Jahre auf dem Ku'damm. Im ersten waren wir die Neuen, im zweiten Hauptsponsor. Im dritten ist es kein Auftritt mehr, sondern ein Termin.
Wer 2026 nicht da war, notiert sich Mai 2027. Wer da war: bis nächstes Jahr, vermutlich mit vier anderen Fahrzeugen. Was genau, verraten wir wieder nicht.
Bis dahin gilt, was auch am Stand galt. Eine Police für ein außergewöhnliches Fahrzeug entsteht nicht an einem Veranstaltungswochenende, sondern in dem Gespräch, das danach kommt. Rufen Sie an oder kommen Sie in unserem Büro am Hohenzollerndamm vorbei.
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Quellen
Classic Days Berlin, Veranstalter F.F. Peppel GmbH, Berlin: https://classicdays-berlin.de/
Classic Days Berlin, Besucherinformationen: https://classicdays-berlin.de/besucher/
Ferrari 812 Competizione, technische Daten: https://www.ferrari.com/de-DE/auto/812-competizione
Mercedes-Benz W 186 und W 189, Baureihe 300 „Adenauer“: https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_W_186
Mücke Motorsport, Berlin: https://www.muecke-motorsport.de/
Classic Days Berlin 2025, unser Rückblick: https://www.lions-vm.de/magazin/classic-days-berlin-2025-lions-group-am-ku-damm
Hinweis zu den Prämienangaben: Jedes Fahrzeug ist anders, jeder Besitzer ist anders, jede Garage ist anders. Die genannten Jahresbeiträge sind Richtwertindikationen aus unserer Beratungspraxis und kein verbindliches Angebot. Die individuelle Prämie ermitteln wir nach persönlichem Gespräch, Risikoprüfung und Fahrzeugbewertung, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Angaben zum Deckungsumfang beziehen sich auf die Classic & Prestige Cars-Kaskoversicherung; maßgeblich sind allein die dem Vertrag zugrunde liegenden Bedingungen und der Versicherungsschein.
Über den Autor
Hakan Ates
Gründer & CEO, Lions Versicherungsmakler I. GmbH
Seit 2007 im Versicherungswesen tätig, seit 2010 mit der Lions Group als unabhängiger Makler in Berlin. Spezialist für Gewerbeversicherungen, Spezialrisiken und Premium-Fahrzeuge.

